Changing Elements
NÄCHSTER GIG:
27. Juni 2015
Elbhangfest, Grottenwirtschaft

Juni 12 - Vereinsfest

des SV Eintracht 1991 Strehlen

Axecuter: Eine Woche nach dem Elbhangfest folgten wir der Einladung eines der zahlreichen in Dresden ansässigen Fußballvereine, des SV Eintracht 1991 Strehlen. Der Tag begann gegen Mittag in Radeberg mit dem Zusammenpacken des Equipments. Da ich, wenn ich mich recht erinnere, als Erster am Proberaum eintraf, gebührte mir wieder die Ehre, das Drumkit zusammenzupacken. Allerdings hatte dies auch zur Folge, dass ich das letzte Bier trinken durfte. Bevor wir aufbrachen Richtung Sportplatz, ward schnell das Leergut noch gegen befüllte Flaschen getauscht.

Als wir auf dem in der Sonne glühenden Sportplatz des SV Eintracht eintrafen, gab´s für uns die erste Ernüchterung - kein Platz zum Aufbauen da. Also hieß es Bier trinken, Wyatt an die Leine legen, und ich musste mit Leila und ein paar mir bekannten Hortkindern Fussball spielen. Bei der Hitze war das nicht ohne. 

Inge: Es war wirklich viel zu heiß zum Spielen – egal, ob Rock’n’Roll oder Fußball. Die Bühne war eigentlich genial (siehe unten) – ein LKW-Anhänger, auf drei Seiten geschlossen, und zur Not hätte man auch die vierte Seite dicht machen können – nicht verkehrt angesichts der angekündigten schweren Gewitter, aber dann zum Glück doch nicht nötig. Nur leider war diese Bühne besetzt von einem DJ, der die Anwesenden lautstark mit einem bunten Musikmix beschallte. Daher vertrieben sich die Männer erstmal die Zeit mit fachkundigen Diskussionen über die im Schweiße ihres Angesichts Fußball spielenden Damen.

Nach gefühlten Stunden wurden DJ und Technik schließlich unter einen Sonnenschirm vor der Bühne verlegt, und wir konnten aufbauen (schwitz!). Nachdem alles stand und verkabelt war, hieß es wieder: abwarten und (Hopfenblüten-) Tee trinken.

Axecuter: Derweil hatte Jan für sich Futter besorgt. Da er aber auf Krätzschäs Drumhocker zum Essen Platz nahm, verlangte unser Drummer ein Viertel des Döners als Mietgebühren. Und da ohne Ed sowieso nix geht, bekam er ebenso ein Viertel ab. Da Jan aber ein solidarischer Mensch ist, war er auch mit ´nem halben Döner zufrieden. Naja, eine Wahl hatte er ja nicht...

  

Nach dem Aufbau hätte ein Soundcheck folgen sollen. Da der DJ aber nicht kooperativ erschien, ließ er seine schlagerlastige Musik durch die Anlage fetzen, während Ed unter dem Einsatz all seiner Mittel versuchte, für uns wenigstens einen vernünftigen Bühnensound zu kredenzen, was ihm auch gelang.  Inge:  Jo, Soundcheck – während aus den Boxen „Komm wir fahr‘n nach Ahamsterdam“ dröhnt – auch eine neue Erfahrung. Diese Tonartwechsel...

Zwischendrin wurden wir gebeten, doch schon 19.30 statt 20.00 Uhr zu beginnen, was auf Grund der Tatsache, dass uns ein richtiger Soundcheck fehlte und das Damenturnier auch erst nach 19.30 Uhr endete, nicht gelang. Also startete wir, nach kurzem Gegenhören vor der Bühne, kurz nach 20.00 Uhr. Da ahnten wir noch nicht, dass es ein ziemlich kurzer Gig werden sollte. 

Den anwesenden Gästen schien es ziemlich schnuppe zu sein, was wir auf der Bühne taten*, einzig ein paar Kinder rockten vor der Bühne hin und wieder ab und schienen sich an unserem Gig zu erfreuen.

Inge: Ich fand’s sehr entspannt – wenn keiner zuhört, gibt‘s keinen Grund, aufgeregt zu sein. Angeblich gab's auch Buhrufe - zum Glück waren wir zu laut, um die zu hören. Alles was ich mitkriegte, war, dass in regelmäßigen Abständen Erziehungsberechtigte vorbei schauten, um ihre Sprösslinge vor uns in Sicherheit zu bringen.

Mitten im vierten Song kam es plötzlich zu einem ernsthaften Gespräch zwischen einem Verantwortlichen und Axecuter.  

 

Axecuter: Wir wurden gebeten, den Gig schon um 21.00 Uhr zu beenden, um unnötigem Streß mit der Nachbarschaft aus dem Wege zu gehen. Dieser Vorschlag traf bei uns auf wenig Verständnis, so dass wir nochmal an Lautstärke zulegten. 

Inge: Nach einem kurzen Moment der Ratlosigkeit stimmte Ed „Smoke on the Water“ an. Axecuter verlieh seinem Unmut durch eine nicht ganz stubenreine Textänderung Ausdruck, was aber vermutlich außer der Band keiner mitkriegte. Schließlich beendeten wir den Gig gegen 21:00 mit einem brachial gebrüllten „Highway Star“ - dafür ausnahmsweise mal nicht in doppeltem Tempo. Ich für meinen Teil baute dann sehr schnell ab und verließ – beschleunigt durch Roland-Kaiser-Medleys mit extra viel Bum-Bum - fluchtartig das Gelände. Und als ich ein paar Stunden später im Bett lag und der Himmel mit Blitz und Donner alle Schleusen öffnete, dachte ich mir: Es hätte schlimmer** kommen können.

Axecuter: Irgendwie war dieser Abend sehr eigenartig. Obwohl der DJ seine Mucke in wenigstens gleicher Lautstärke dem Stadtteil präsentierte wie wir unsere Musik, schienen die Nachbarn und wer auch sonst noch von lautem Kaiserschmarrn eher angetan als von gutem alten Rock´n´Roll. Naja, Geschmack hat halt nicht jeder, elende Banausen. Ein drittes Ei wuchs mir, als mich eine Nachbarin fragte, ob denn das Feuerwerk genehmigt worden sei. Kann man nicht einmal im Jahr in Ruhe feiern?

Nachdem wir sämtliche Getränkemarken in Bier getauscht hatten, war es für uns an der Zeit, zu gehen. Wir brachten das Equipment heim und dann aus die Maus.

Schlussendlich danke ich meinem guten alten Kumpel Otto für sein Engagement. Auch wenn an diesem Abend vieles daneben ging, Otto hat es nur gut mit uns gemeint. Scheinbar hat sich der Verein mit der Organisation einer Rockband doch überhoben. Nun ja, sind halt Fußballer und keine Musiker. Trotz allem müsste man einige organisatorische Schwächen ablegen, damit es sich für alle mehr lohnt. Ich hatte den Eindruck, als hätte es auf beiden Seiten traurige Seelen wegen des plötzlichen Endes gegeben. Und obwohl der Abend aus meiner Sicht im ganzen gar nicht so mies war, Bier und Fußball ist schon eine gute Mischung, kam der Teil mit dem Rock´n´Roll zu kurz - dafür, dass wir eine Menge Aufwand betrieben haben, um  dort eine gute Performance hinlegen zu können.

Nun ja, wenigstens haben wir unsere Duftmarke hinterlassen, und eine Menge von Leuten weiß jetzt auch, dass es uns gibt. Ob wir die jemals wiedersehen werden und ob uns der Sinn nach einem Wiedersehen steht, das weiß der Fuchs. Wenn, dann kann es jedenfalls nur noch besser werden. 


*Auch eine im Internet zu findende Fotogalerie dieses Nachmittags erweckt den Eindruck, wir seien gar nicht dagewesen
.

**Beim  Hardrock-Festival "With full force" in Nordsachsen wurden am gleichen Abend 51 Menschen durch einen Blitz verletzt, der in der Nähe einer Cocktailbar einschlug. 


Fotos: Inge

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