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NÄCHSTER GIG:
27. Juni 2015
Elbhangfest, Grottenwirtschaft

November 09 - Privatkatakomben


 

Axecuter´s comment

Am Freitag, 20.11.2009, stand nun unser nächster Streich auf dem Plan, und zwar in den heiligen Katakomben der Familie Schlüßler in einer alten Villa in Dresden-Cotta.
Gegen vier wollten wir an diesem Nachmittag unser Werkzeug verpacken und uns auf den Weg machen. Ich selbst hatte mir die Verköstigung der restlichen tapferen Musiktiere zum Auftrag gemacht, so dass Stefan und Ed die gekonnte Beschickung der Fahrzeuge zu Teil wurde.
Irgendwas hielt die Beiden wohl auf, denn meine Spaghetti verkochten sich so langsam und von Soße war nur noch ein ärmlicher Klecks übrig. Mit halber Stunde Verspätung trafen die gefräßigen Mäuler dann ein und mussten mit dem vorlieb nehmen, was meine ebenso gefräßige Flamme in der Küche übrig ließ. Es schmeckte trotzdem. Nur unser Krätzschä war auf weltwunderähnlichem Niveau seltsam unhungrig und wehrte sich vehement gegen mein gutes Futter.



Nun denn, wir starteten dann folgerichtig auch mit Verspätung. Durch seltsame Gehirnstürme von Ed´s Navi ließ sich die Zeit beim besten Willen nicht rausholen, und eine laaange Abkürzung ließ uns noch später in der Schlüßlerschen Gruft eintreffen.

Vorher genau beäugte Fotos ließen uns schon ahnen, dass wir nicht sehr viel Platz haben würden, und nach objektiver Beschau wurde uns auch klar, dass diese Gemäuer wohl nicht für Könige errichtet wurden. Allerdings gelang es uns doch ziemlich souverän, den wenigen Platz genial zu nutzen, so dass alle zufrieden waren, zumindest vorerst. Die beengten Verhältnisse zwangen uns zu vorsichtigen Bewegungen, und so dauerte es gefühlte Stunden, bis jeder seinen Platz hatte.

  


Der Soundcheck war kurz, aber ausreichend. Viel zu checken gab´s ja nicht wirklich. Nachdem der Sound für nicht mehr verbesserbar deklariert war, nur Jans kleiner Combo gab ein protestierendes Brummen von sich, gönnten wir uns noch ein Bierchen, bevor uns etwa fünfundzwanzig Neugierige zum Beginn drängten.


Also ging´s kurz nach neune los. Da mein Mikrokabel an diesem Abend sehr kurz geriet, brauchte ich etwa drei Songs, bis ich mich langsam damit abfand, doch nur den Aktionsradius eines Bierdeckels zu haben. Trotz allem verlief das Set, das mit dem Sonnenset identisch war, aus meiner Sicht sehr gut. Ed beackerte seine Klampfe, als wolle er ein Kind von ihr, und Krätzschä, den das Publikum mehr hörte und weniger sah, da mein akrobatischer Körper nahezu das gesamte Drumkit hinter sich verbarg, spielte gewohnt lässig in einem kleinen Durchgang sitzend. Vielleicht sogar etwas zu lässig, denn sein Gestühl machte Anstalten und wollte sich frecherweise zwischendrin samt Drummer verdrücken. Doch niemand legt sich einfach so mit Krätzschä an!!! Unser Bassman killte mit pfiffigen Läufen das Widerbrummen seines Combos und ließ die Crowd im Takte wippen, die nach letztem Song auch artig nach einer Zugabe verlangte. Spendabel, wie wir an diesem Abend waren, pusteten wir noch zwei Songs durch´s Gemäuer, um uns dann verdient einem kühlen Gerstensafte hinzugeben.


Den Zuhörern schien es sehr gefallen zu haben, denn auch unter Androhung von körperlicher Züchtigung ließ niemand ein negatives Wort über unsere Leistung verlauten. Und auch der Veranstalter war zufrieden, denn wir durften uns hernach an der heiligen Wall of Fame im ollen Gemäuer verewigen, welch eine Ehre.

Uns hat es jedenfalls trotz der Enge, oder vielleicht sogar wegen ihr, ziemlich Spaß gemacht. So kuschelig war ein Auftritt schon lang nicht mehr. Danke an die Schlüßlers, die uns die Möglichkeit zum Aufspielen gaben und uns liebevoll ver- und umsorgten.


Axecuter

 

Fotos: Janet Schlüßler - vielen Dank! 

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